Allerdings nimmt man von diesem Teil der Erde auch zwiespältige Gefühle mit, unser Leben im relativen Luxus gegenüber der doch an vielen Stellen sichtbaren Armut der meisten Menschen. Wir hoffen, dass unser Geld auch den Leuten vor Ort zugute kommt und der lokalen Bevölkerung eine Perspektive ermöglicht bzw. dringend notwendige Arbeitsplätze schafft. Die Stacheldrahtzäune als Abgrenzungen zwischen arm und reich sind sehr befremdlich. So schön das Leben z. B. in Camps Bay auch ist, auf Villen wie Festungen möchte man eigentlich verzichten! Grundsätzlich würden wir wahrscheinlich beim nächsten Mal wie die meisten Touristen in Namibia auch ein 4x4-Auto buchen. Man tut sich einfach mit etwas gröberen Reifenprofilen und mehr Bodenabstand doch weitaus leichter. Den 4-Rad-Antrieb selber braucht man auf den üblichen Straßen sicherlich nicht! Insbesondere zwischen Solitaire und Sesriem war die Piste schon extrem schlecht, was uns auch nach bereits 2 Tagen den ersten (Gott sei Dank einzigen) Reifenschaden brachte. Allerdings war dann die Reparatur bei der ENGEN-Tankstelle in Sesriem unkompliziert und mit ca. 8 Euro auch erstaunlich günstig. Der 2. Ersatzreifen im Kofferraum wirkte auf jeden Fall immer beruhigend. Ansonsten kann man auf den besser gepflegten Schotterpisten auch mit dem normalen Wagen gut zwischen 50-60 km/h fahren. Die Moon Mountain Lodge war einfach phantastisch von ihrer Lage her und ihrer Bauart. Dort würden wir sofort wieder hinfahren. Die Landschaft im Süden Namibias mit Wüsten und Dünenmeer ist traumhaft. Zwar mussten wir den Aufstieg auf die große Big Daddy Düne in Sossusvlei wegen des gefühlt 50-70 Grad heißen Sandes mit unseren offenen Treckingsandalen abbrechen, waren aber dann gegen 14 Uhr völlig allein im Deadvlei unterwegs mit einem einsamen Oryx als Fotomotiv wie im Werbeprospekt. Der unendliche Weitblick von der Moon Mountain Lodge hat uns besonders gefallen, und das noch aus dem Privat-Schwimmbecken!!! Die Fahrt an die Küste ist sehr interessant, schöne Landschaft, wunderbar einsame Namibwüste. Einfach mal aussteigen und überlegen, wo man da eigentlich ist. Swakopmund ist ein Widerspruch in sich, man überlegt dauernd, ob man wirklich in Afrika ist. An jeder Ecke wird wie selbstverständlich deutsch gesprochen. Man sollte das aber auf jeden Fall mal gesehen haben. Das "Jetty 1905" Restaurant auf der Mole ist zu empfehlen, allerdings nur mit warmer Jacke am Abend. Der starke Wind am Meer kühlt alles noch mehr herunter. Unsere Dünenbesteigung haben wir dann in Walvis Bay bei der Düne Nr. 7 nachgeholt, ein lohnenswerter kleiner Ausflug. Das Swakopmund Guesthouse mit seinem weißen Ambiente ist auch sehr schön und man kann von dort alles leicht zu Fuß erreichen. Die Erongo Wilderness Lodge gehört ebenso zu unseren Highlights. Eine traumhafte Architektur in traumhafter Landschaft. Wir haben fast jede Wanderung mitgenommen, die wir als besonders lohnenswert empfunden haben. Sehr nette Belegschaft und kundige Guides. Das Abendessen auf der Terrasse unter Sternenhimmel mit anschließendem Lagerfeuer ein besonderer Genuss. Immer wieder gerne! Etosha war für uns komischerweise nicht so toll. Das lag sicherlich an der grauen eintönigen Landschaft und den aufgrund der Wasserknappheit teilweise kaum mehr vorhandenen Wasserlöchern. Tiere nicht so zahlreich wie erwartet. Die Pfanne selber ist sehr eindrucksvoll und sehenswert. Natürlich ist das Wasserloch in Okaukuejo ein absoluter Blickpunkt. Wir haben am zweiten Abend gleichzeitig 10 Nashörner gesehen und auch sonst viele Elefanten und andere Tiere. Allerdings ein bisschen wie im Theater und nicht wie in der freien Wildbahn. Das Camp selber ist aus unserer Sicht besser als sein Ruf. Das Bush Chalet ist sehr geräumig, sauber und praktisch, wir haben etwas eingekauft und die 2 Abende auf der eigenen Terrasse gegessen. Und bei 40 Grad freut man sich über die vorhandene Klimaanlage. Auch das Restaurant fanden wir ok, das Frühstück war völlig ausreichend und in Ordnung. Auch das Schwimmbad haben wir gerne genutzt. Das ganze Camp ist gut in Schuss inkl. sauberen öffentlichen Toiletten. Das Onguma Bush Camp mit dem stilvollen künstlichen Wasserloch fanden wir fast etwas zu luxuriös, ein bisschen un-afrikanisch. Jeder hat seinen "privaten" immer gleichen Kellner, die Restauranttische sind nummeriert und alles ist perfektioniert. Das heißt nicht, dass es uns nicht gefallen hat, alles war super, sehr schöner Strohdach-Bungalow mit Tieren direkt vor der Tür. Auf jeden Fall positiv, ein wenig Hollywood-Afrika. Auf der Anfahrt sind wir übrigens noch im zu Etosha gehörenden Namutoni Camp gewesen, was wir im Gegensatz zu Okaukuejo ganz schrecklich fanden. Dort sieht es aus, als ob der Verfall eingezogen ist. Ungepflegt und ungemütlich. Im Caprivi-Streifen belebt sich die Landschaft sichtbar, mehr Grün und zahlreiche kleine Dörfer. Von der Taranga Lodge waren wir angenehm überrascht. Nur 5 klassische schöne Zelte und ein sehr gemütliches Restaurant, in dem abends aufgrund von Stromausfall mit Petroleumlampen sehr stilvoll das Menü serviert wurde. In der Riverdance Lodge können wir auf jeden Fall den Walk ins nahegelegene Dorf empfohlen, keine Touristenshow mit Baströckchentanz, sondern alltägliches Leben mit Schul- und Kindergartenbesuch. Die kleinen Spenden, die man dort lässt, sind ebenso wichtig. Chris, der Owner der Lodge hat uns auch gleich telefonisch in der Nkasa Lupala Lodge angemeldet, so dass wir nicht in Kongola ein Telefon suchen mussten (Abholung klappte perfekt). Die Nkasa Lupala Lodge hat uns sehr gut gefallen, sehr authentisch und richtiges Afrika-Feeling im Busch. Der Kombiausflug mit Auto und Boot ist empfehlenswert, obwohl letzterer aufgrund der Dürre in der kaum noch vorhandenen Flusslandschaft gerade so noch möglich war. Das Chobe River Camp hat sehr schöne Zelte, ist aber lange nicht so gemütlich wie die kleineren Unterkünfte, auch hier zu der Jahreszeit kaum noch Wasser im Fluss. Als Stop-over vor der Grenze ist das aber ok. Der Ort Kasane ist nicht sehr anziehend, das Old House allerdings eine heimelige schön gepflegte Unterkunft mit viel Grün im Garten und um das Restaurant herum. Die inkludierte Bootsfahrt an der Chobe River Front war phantastisch und fast 4 Stunden Länge. Unendlich viele Tiere zu sehen und Gott sei Dank noch richtig Wasser im Fluss. Der Botswana-Teil ist richtig toll, so muss eine Safari sein! Desert&Delta ist eine hervorragende Firma mit einer Top-Organisation, da klappt alles vom Feinsten. Die Mitarbeiter ebenfalls überall absolut lobenswert, gute Betreuung überall auch bis zum Schluss am Flughafen Maun! Wenn man alle Einzelleistungen zusammenzählt, relativiert sich auch der Tagespreis etwas. Natürlich bleibt die Fly-In-Safari nach wie vor eine Luxus-Angelegenheit. Man sollte sich das aber - wie bei uns - wenigstens 2 verschiedene Lodges gönnen. Die Erlebnisse sind einmalig. Wir haben alle "gewünschten" Tiere gesehen, eine Live-Löwenjagd auf Warzenschweine, mehrere Löwenrudel aus nächster Nähe, riesige Büffelherden, Hippos und mehrere Leoparden. Savute Safari Lodge und das Xakanaxa Camp möchte man eigentlich gar nicht verlassen. Da lässt es sich richtig gut leben. Auch die traditionellen Sundowner mit Gin Tonic etc. bleiben einem in der Erinnerung unvergesslich. Das Schlafen mit Luft durch die offenen Mückennetze und die diversen Geräusche in der Nacht sind ein Erlebnis. Mit unseren kleinen Reisetaschen sind wir gut ausgekommen, außerdem klappt der Waschservice immer gut, man zieht auch gerne mal ein Hemd mehrfach an!. Da wir zufällig immer eine größere Cessna Caravan auf den Flügen hatten, wären auch etwas größere Taschen möglich gewesen, aber was soll's! Der Paralleltransport unserer 3. Tasche nach Maun perfekt, wurde uns bei der Ankunft in die Hand gedrückt. Übrigens haben wir aufgrund der extremen Trockenheit auf unsere geplante Malaria-Prophylaxe komplett verzichtet. Wir können uns kaum an einen Mückenstich erinnern. Insofern ist die Reisezeit Okt-Nov auch optimal. Die 4 Nächte in Kapstadt haben wir sehr gut genutzt. Jörg von unserer Unterkunft Camps Bay Ridge ist eine richtige Marke und sein Haus ebenfalls. Man fühlt sich sofort heimisch bei ihm. Das Frühstück ist stilvoll und opulent. Wir hatten auch Wetterglück und konnten unseren Wanderaufstieg auf den Tafelberg bei strahlend blauem Himmel machen und hatten von oben einen Traumblick. Anscheinend nicht immer möglich, da die Wolken sonst immer über die Berge streichen. Die Weintour um Stellenbosch und Paarl herum war ebenso ein schönes Erlebnis, zumindest wenn man ab und zu ein paar Schlucke in die kleinen Eimer auf dem Tisch gießt. Die Kaphalbinsel ist auch ein Muss, ebenfalls bei bestem Wetter erlebt. Haben abends immer in Camps Bay am Strand im gleichen Restaurant gegessen. Sehr gut und absolut preiswert! Alles in allem eine tolle Reise, von der wir die vielfältigen Erlebnisse erst so langsam im Einzelnen verdauen. Auch der fehlende Jetlag ist ein Pluspunkt bei einer Tour nach Südafrika. Ich hoffe, ich habe nicht zu viel geschrieben und Sie können ein bisschen mit den Beschreibungen etwas anfangen. Vielen Dank nochmal an Sie und Ihr Team. Evtl. klappt es ja auch nochmal mit der nächsten Reise.